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Susanne Nickel: Falsche Mitarbeiter oder falsche Herangehensweise?

Viele Unternehmen können ein Lied davon singen: Personalmangel. Die Zeiten, in denen die Bewerber quasi Schlange standen, sind vorbei. Wer nicht gerade Apple, Google oder Facebook heisst muss sich etwas einfallen lassen, um Fachkräfte zu finden und langfristig zu binden. Personaler müssen genau wissen, wen sie überhaupt suchen und idealer Ausgangspunkt für eine kluge Recruiting-Strategie bilden Personas. 

Das ursprünglich aus dem Marketing stammende Persona-Konzept dient dazu, den typischen Kunden darzustellen – als reale Person mit all ihren Bedürfnissen, Vorlieben und Wünschen. Wie echte Menschen ist eine Persona geprägt durch bestimmte Werte, sie verfolgt Ziele, hat Stärken und Schwächen und ein typisches Verhalten.

Die Definition einer Persona hilft Unternehmen dabei, den potenziellen Nutzer eines Produktes umfassend kennen zu lernen. Das Konzept eignet sich ebenso, um potenzielle Bewerber greifbar zu machen. Mit anderen Worten: Personas im Recruiting sind ideale Bewerberprofile, die bestimmte Merkmale aufweisen. Diese Kandidatenzielgruppen helfen Unternehmen, in die Schuhe ihrer Wunschbewerber zuschlüpfen. Nur wer versteht, welche Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse Bewerber haben, kann sie finden, abholen und überzeugen.

Leitfaden zur Durchführung des Persona-Workshops

In einem Workshop mit zwölf Teilnehmern ist es möglich, drei bis fünf Personas zu erstellen. Wichtig ist hierbei, dass die Gruppe nicht nur aus HR-lern besteht. Sondern gut durchmischt ist: Mitarbeiter und Manager der jeweiligen Fachabteilungen mit unterschiedlicher Betriebszugehörigkeit New Hires, Bachelor- oder Masterstudenten und – ganz wichtig – Personen aus der begehrten Zielgruppe. Keiner weiß besser, was potenzielle Kandidaten wollen, als Ihre Mitarbeiter aus der Zielgruppe.

Nur durch eine abteilungsübergreifende, kreative Kollaboration (Co-Creation) ist der Blick über den eigenen HR-Tellerrand möglich. Verschiedene Sichtweisen bringen neue Ideen ans Licht. Die Gruppe braucht genügend Platz, um vier Hängeorganizer (Canvas) an die Wand zu hängen, zudem Farbstifte, einen Stapel Zeitschriften. Alte oder aktuelle Stellenanzeigen und Anforderungsprofile.

Step 1: Fragen &Antworten

Bevor es <<lin medias res>> geht definiert die Gruppe die Bereiche, in denen Bewerbermangel herrscht: zum Beispiel in der IT, im Handwerk oder in anderen Fachberufen ohne Studium. Die Teilnehmer suchen alle Daten zusammen: Ab wann kann die Stelle für wie lange besetzt werden? Wie viele Bewerbungen kommen bisher genau rein, von wo? Wie reagiert das Unternehmen auf eine Bewerbung? E-Mail? Anruf? Oder gar nicht? Ganz wichtig: Wie ist die Reaktionszeit?Wie viele Bewerber machen einen Rückzieher oder brechen den Prozess ab? Wie werden diese Verfahren intern kommuniziert? Die Liste ist lang.

Step 2: Berufsfelder eingrenzen

Die betroffenen Berufsfelder werden festgelegt. Zum Beispiel:

  1. Kommunikationstechniker mit entsprechender Ausbildung
  2. Fach-Informatiker mit FH-Studium der Informatik
  3. Ingenieur für Fahrzeugtechnik mit Studium Maschinenbau

Um eine Persona zu erarbeiten, bildet sich je eine Untergruppe mit vier Teilnehmern. Wichtig auch hier: die gute Mischung in den Teams.Stichwort unterschiedliche Bereiche und

Betriebszugehörigkeiten. Zum Beispiel arbeitet der Bachelor-Student mit dem Teamleiter der Produktion und der Doktorand mit einem erfahrenen Fachspezialisten für Mechatronik in einer Gruppe.

Step 3: Informationen sammeln

Die Gruppe recherchiert Daten aus Stellenanzeigen. Profilen von alten Bewerbern. Informationen aus dem Internet oder dem Familien-. Freundes- und Bekanntenkreis. Diese Quellen helfen, sich ein genaues Bild der Person zu machen und sich inspirieren zu lassen. Ein Teilnehmer recherchiert zum Beispiel, dass einige Informatiker in ihrer Freizeit gerne «World of War craft» spielen. Seine Idee dazu: Man könnte sich doch in das Forum des Spiels begeben und dort andere Spieler ansprechen.

Der Doktorand recherchiert dass bei Kommunikationstechnikern Bastel- und Ersatzteilseiten im Intern et total gefragt sind. Dort tummeln sich Fachkräfte, die in ihrer Freizeit alte Funkgeräte und Radios wieder zum Laufen bringen oder Drohnen bauen. Auch hier wären Anzeigen oder Kommentare sinnvoll, um auf sich aufmerksam zu machen.

Step 4: Fakten zusammentragen

Im nächsten Schritt bündelt die gesamte Gruppe die Fakten. Die Einzelgruppen dokumentierten ihre Ergebnisse in einem Persona-Canvas-Template: angefangen mit Name, Alter, Geschlecht und Familienstand. Weiter geht’s mit Infos zu Qualifikation. Skills. mit Angaben zu Interessen, beruflicher Perspektive und gewünschten Anforderungen. Anschließend geht es an den Feinschliff: Was mag die Persona gern? was scheut sie? Welche Besonderheiten macht sie aus? Zu guter Letzt bekommt die Persona ein Gesicht. Die Gruppe schneidet Fotos aus Zeitschriften aus oder zeichnet Skizzen. damit sie so real wie möglich abgebildet werden kann. (Grafiken 1 und 2)

Lesen Sie hier den ganze Beitrag

Qelle: www.hrtoday.ch

 

Profil von Susanne Nickel 

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